Oliven mit Schneefall im Frühherbst (Griechenland 2017_1)

Anfang September musste ich doch zuhause tatsächlich schon zweimal unseren Schwedenofen im Wohnzimmer heizen, weil der Herbst (der ja erst meteorologisch begonnen hatte) sich in diesem Jahr mit unerwarteter Kälte zurückgemeldet hatte. Also müssen wir nur noch ein paar Tage aushalten, bis wir zu unserer Fähre, die in Venedig nach Griechenland ablegt, starten können. Wir starten am 11. September und fahren in die Nähe von Mittersill kurz vor der Felbertauernstraße, um auf einem Panoramastellplatz das Wolkenpanorama bei strömendem Regen und 6° C zu bewundern. Dachten wir, dass es nicht noch schlimmer kommen könnte, so hatten wir uns getäuscht, denn auf dem Weg durch die Dolomiten durften wir zum ersten Mal im Herbst 2017 dichtes Schneetreiben bei 0°Celsius erleben.

Zum Glück war der Spuk in Venedig vorbei, der Himmel war klar und der Blick vom Campingplatz auf das in der Abendsonne liegende Venedig wahrlich sehenswert.K1600_DSC_2488 (2) Auf dem Campingplatz sind viel zu viele Gäste, die sich alle nach dem Chaosprinzip einen Stellplatz gesucht haben, so dass manche Gäste, die schon am früheren Nachmittag oder am Tag zuvor angereist waren, keine Chance gehabt hätten, den Campingplatz jemals wieder zu verlassen. Viel zu früh erscheinen wir am nächsten Morgen am CheckIn Schalter im neuen Hafen von Venedig. Der neue Hafen ist vor ca. zwei Jahren in Betrieb genommen worden und die Bezeichnung der Schalter ist auch schon mit lasergedruckten Zetteln in Klarsichthüllen ausgeschildert. Das Schloss an der Toilette hat bereits aufgegeben, der Toilettendeckel ist verschwunden und Parkplätze vor der Schalterhalle sind extrem rar. Wir sind im Süden angekommen und irgendwie gehört das alles genau so dazu. Ein deutscher Passagier erfährt am Schalter, dass Camping an Bord auf seiner Fähre nicht angeboten wird und er dafür zum selben Preis eine Kabine bekommt. So kann er das natürlich nicht akzeptieren und er versucht durch eine lange Diskussion die für seine Fähre gültigen Regeln zu ändern, was natürlich nicht möglich ist. Der Erfolg der Diskussion spiegelt sich in der länger werdenden Schlange vor dem Schalter wider, die Schalterfrau bleibt erstaunlich gelassen, der Passagier verlässt den Schalter und sucht in der Schalterhalle Verbündete für sein Schicksal. Wir steigen auf dieser Reise nicht an der Endstation Patras aus, sondern schon in Igoumenitsa; daher sollen wir natürlich erst am Ende aufs Schiff, damit wir dann gleich nahe an der Ausfahrtsrampe stehen sollen. Bevor das alles passiert, schlägt die derzeit angespannte Sicherheitssituation (Flüchtlinge und Terrorismus) auch für Reisen von einem EU-Land in ein anderes EU-Land zu. Wie am Flughafen werden unser Körper nach Metallteilen abgescannt; ein Sicherheitsbeamter möchte das Innere unseres Wohnmobils inspizieren und der Raum unter dem Wohnmobil wird mit einem fahrbaren Spiegel gecheckt.

Wir sind übrigens nicht die einzigen „Verdächtigen“, die diese Prozedur über sich ergehen lassen müssen; an diesem Tag werden nicht alle aber doch erstaunlich viele Fahrzeuge überprüft, was letztendlich zu einer fast 3-stündigen Verspätung bei der Abreise führt – aber was sind schon 3 Stunden, wenn man –  wie wir – fast unendlich Zeit hat. Die Überfahrt bei strahlendem Sonnenschein verläuft unspektakulär, so dass wir nach 26 Stunden Igoumenitsa erreichen.

Bekannte – genau gesagt Weltenbummler –  die wir auf unserer Reise im Frühjahr am Loire Seitenkanal kennen  gelernt hatten, haben uns eine Nachricht geschickt, dass sie ganz in der Nähe in einer wunderschönen Bucht auf uns warten würden. Also nur noch den Bestand an landestypischen Lebensmitteln aufbauen und ab zu unseren Bekannten. Und so geht einkaufen: Wir fragen den Mann an der Kasse auf Griechisch, ob er auch offene Oliven hat; „Sprechen Sie deutsch? – Ja! Then go to my wife (auf Englisch) – Seine Frau sagt uns: „Gute Oliven, gehen Sie zu meinem Mann!“ Letztendlich jedenfalls haben wir hervorragende Oliven bekommen, die wir natürlich vorher probieren durften.

Mit Hilfe der Polizei finden wir auch noch einen Früchtehändler und der Übernachtung in der Traumbucht steht nichts mehr im Wege.

Rudolf, der Weltenbummler, war mit seiner Frau und seinem 32 alten Toyota Land Cruiser in dem er permanent wohnt, schon öfters hier – nachdem er viele Jahre auf Menorca gewohnt hatte und in einer mehrjährigen Weltreise Afrika, Südamerika und Indien bereist hatte. Campingplätze hat er übrigens noch nie besucht und jetzt – mit 72 Jahren – möchte er mit einem Katamaran die Weltmeere erkunden. Daher ist er in Griechenland auf der Durchreise, denn der Katamaran wird in Marmaris in der Türkei angeboten.

Für Deutschland sind Höchsttemperaturen von 16°C – 17°C angesagt (in der Nacht maximal 7°C), hier in Griechenland haben wir 28°C, das Meer ist angenehm warm und selbst die Hitze gewohnten, einheimischen Hunde suchen sich noch auf den Fliesen einer Kapelle einen kühlen Platz. Das Klima ist gerade recht für Erholung und die griechischen Uhren laufen zum Glück immer noch etwas langsamer als unsere hektischen deutschen Zeitgeber und vielleicht ist das der Grund, warum wir nach vor nur freundliche Griechen vorfinden.

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